workshop buch small

Building with Climate Envelopes, 2013

Keynote Speakers: Prof. Dr. Klaus Daniels, Anders Solvarm, Axel Ditrich, Dr. Martin Buchholz, Dr. Arda Karasu

Venue: Geodätenstand, Berlin

Host: Arda Karasu, Martin Buchholz, Claus Steffan

Energieeffizienz und Einsatz von erneuerbaren Energien in Gebäuden wird politisch mehr und mehr eingefordert und erzwungen. Den Hintergrund bilden die Themenbereiche Klimawandel, endliche fossile Energiereserven, Versorgungssicherheit, Versorgungsautonomie und eine Begrenzung der hohen Kapitalflüsse in Richtung der OPEC Staaten. Energieeffizienz im Gebäude ist aber nicht nur Dämmung und Solarkollektor.

Wir möchten sie vor diesem Hintergrund zu einem Workshop mit dem Titel „Bauen mit Klimahüllen“ am Institut für Architektur der TU Berlin einladen. Der Workshop geht von einem neuen Szenario aus, in dem Gebäude mit Klimahüllen im Mittelpunkt stehen. Es könnte sein, dass wir dabei von einem neuen Baustandard im 21. Jahrhundert sprechen!

Bis heute gibt es nur wenige Beispiele dieser Bauweise mit einer ganzen Reihe von technischen Spezialfragen und ungelösten Problemen. Aber was spricht für eine solche These?

  • Ergänzt man eine transparente Fassade um ein Gebäude so bildet sich eine klimatische Zwischenzone mit einem Temperaturwert zwischen Außen- und Innenraumtemperatur und führt somit zur Verringerung von Wärmeverlusten. Mit solarer Einstrahlung entstehen Temperaturen weit über der des Innenraumes, die zur Energieerzeugung herangezogen werden können. Hierfür werden spezielle Konversionsverfahren zur Wärmespeicherung und zur Umwandlung latenter Wärme benötigt, die heute prinzipiell bereitstehen, bisher aber kaum eingesetzt wurden.
  • Klimahüllen stehen für Komfort und für eine höhere Lebensqualität durch ein Leben mit Pflanzen, durch zusätzlichen Wohnraum mit einem interessanten Zwischenklima, durch Verdunstungskühlung und regelbare Luftfeuchte.
  • Durch zunehmend geschlossene Luft- und Wasserkreisläufe entsteht das Potenzial der Rückgewinnung von Wärme, Wasser und Nährstoffen und der Integration neuer Formen des urbanen Gartenbaus.
  • Die Energieversorgung von Gebäuden wird immer stärker im Rahmen von neuartigen, dezentralen Versorgungsnetzen realisiert. Klimahüllen agieren hier sowohl als Energiequelle (insb. an besonders kalten Wintertagen mit hoher solarer Einstrahlung), wie auch als Nutzer von sonst nicht mehr verwertbarer (Ab-)Wärme im Bereich unter 30°C (Beheizung zur Frostfreiheit in den Zwischenräumen, Regeneration von flüssigen Trocknungsmitteln zur Feuchtekonversion).
  • Initialprojekte mit Klimahüllen scheinen insbesondere an urbanen Standorten mit hohen Lärm- und Luftemissionen möglich, da durch den zusätzlichen Schallschutz und die kontrollierte Lüftung wesentlich höhere Immobilienwerte an schwierigen Standorten realisierbar werden und die so einen besonderen wirtschaftlichen Anreiz bilden.

Es macht keinen Sinn, einen dieser Punkte besonders herauszuheben, und damit die Idee der Klimahüllen zu propagieren. Ein Durchbruch bei der Umsetzung dieser Bauweise ist nur durch die Gesamtheit der genannten Vorteile und deren synergetische Ergänzung denkbar.

Mit dem Workshop möchten wir eine Reihe von Akteuren in einem Forum zusammenführen, um Möglichkeiten der Realisierung von Klimahüllen zu diskutieren. Dies soll im Rahmen einer Reihe von Fachvorträgen als öffentliche Veranstaltung an der TU Berlin sowie in einem nachfolgenden Gespräch am runden Tisch mit den Vortragenden und einer kleinen Anzahl geladener Gäste erfolgen.

Ausstellung climate envelope small

Climate Envelope Design, 2012

Keynote Speakers: Wolfgang Priedemann, Dr. Andre Jakob

Venue: Architekturgebäude der TU Berlin

Host: Arda Karasu, Martin Buchholz, Claus Steffan

Themen: Nachhaltige Gebäudehüllen, Erweiterter Lärmschutz durch Klimahüllen

weiss